Zauberey

Aus Rollenspiel

In der Welt existiert eine Kraft, die für viele unverständlich und unfassbar ist, für einige wenige ist sie jedoch alltäglich. Im Laufe der Jahrtausende hat sie viele Namen bekommen: die geläufigsten sind Magie oder Zauberey.

„Magie ist der Ursprung des Lebens. In jedem Lebewesen steckt die Magie. Sie ist der Antrieb für das Leben. Auch der Lebensfunke wird durch die Kraft geweckt. Inwieweit Feliden, in denen nicht ein Hauch von Zauberkraft steckt, zu den Lebenden gezählt werden können, wage ich nicht zu beantworten.“ (Alandrion Lebensfunke in einem Gespräch 350 v.G.d.R.)

„... Zauberkraft, welche die Sprueche mit Kraft speysen, ist in jedem lebenden Wesen gespeychert. In Untoten, welche nicht zu den Lebenden gezaehlt werden koennen, kann nicht eine Spur von Kraft gefunden werden. Und wenn doch, sind es keine Untote im klassischen Sinne, sondern vielmehr zu den Daimoniden zu zaehlen. Diese Kraft ist nun in einigen Wesen besonders stark entwickelt, aus diesen Individuen werden die Zauberer, welche die ihnen innenwohnenden Kräfte zu Mustern formen und in die freie Welt hinaus schleudern, sodasz sich besondere Effekte manifestieren. ...“ (Geran Montagor in einer Vorlesung zu jungen Studierenden)

„... Unsere Magie erhalten wir aus unserem Inneren. Wir formen die Energien, welche in unserem Koerper gespeichert sind, in Muster und werfen sie hinaus in den leeren Raum. Ja, leerer Raum. Ein von Magie leerer Raum. Nur unsere eigene, persoenliche Faehigkeit erfuellt unsere Umgebung mit Zauberey. ...“ (Asma ben Urshu zu seinem Schüler Geran Montagor)

- „Aber sind dann Daimonen auch Lebewesen? Und was unterscheidet uns von diesen Unkreaturen?“ - „Wahrlich eine gute Frage, Studiosi Tala. Nach der eben gehörten Definition des Lebens unterscheidet uns nichts von den Daimonen. Da auch sie Magie in ihrem Körper haben, zaehlen auch die Daimonen zu den Lebewesen. Aber ich sage Euch, sie haben keinen Verstand, keine Familie und keine Vergangenheit. Sie sind nichts anderes als Konstrukte kranke Geister. ...“ (Lahor Zerze auf eine Zwischenfrage in der Vorlesung Ursprung des Lebens)

Magietheoretiker kennen vier Klassen der Magie: die klare, berechenbare Magica Arcanis, die intuitive Magica Spiritui, sowie die Magica Passivis. Als vierte Klasse gilt die Magica Titanis, die Freizauberey, die aufgrund ihrer Ungewissheit und Mächtigkeit selbst für erfahrene Zauberer nur schwer zu fassen ist.

Magica Arcanis

"Magie ist berechenbar. Sie ist klar strukturiert und kann klar gedeutet werden. Jegliche magische Wirkung kann einem Verursacher zugeordnet werden. Und sie kann, das ist das wichtigste, klar beschrieben werden. Somit sind wir in der Lage die Magie zu untersuchen und unser Wissen in Büchern niederzuschreiben, sodass unsere Nachfahren von unserem Wissen profitieren." (Lahor Zerze - Leiter der Akademie Ars Arcanis zu Krausnitz)

Die Zauberer dieser Klasse betrachten die Magie als Wissenschaft, die es zu verstehen gilt. Sie wissen genau, wie sie die magischen Kräfte beeinflussen müssen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Sie treiben Forschungen, um weitere magische Wirkungen zu entwickeln. Sie verhehlen ihre Kunst nicht. Sie treten meist offen auf. Dieser Zauberer sind beim Volk angesehen, wenn auch von abergläubischen Menschen misstrauisch im Auge behalten, aber dennoch werden sie freundlich behandelt.

Die Spruchzauberey ist die Art der Magie, die am weitesten verbreitet und beim einfachen Volk am häufigsten mit Magie in Verbindung gebracht wird. Sie ist ein sehr theoretischer Prozess und sehr formalisiert. Der Spruchzauberer fügt seine magischen Kräfte zu neuen Strukturen zusammen und erzeugt dadurch einen Effekt. Das wird landläufig als "Zaubern" bezeichnet. Jeder einzelne Effekt, den er hervorrufen will, bedarf eines eigenen Zauberspruches, eines besonderen Rituals -zumeist eine Kombination aus gesprochenen Worten, Mimik und Gestik. Die Grundlage und seine ersten Sprüche lernt der Zauberer von einem Lehrmeister während eines mehrjährigen, aufopferungsvollen Studiums. Im Laufe seines Lebens lernt ein Magier mit wachsender Erfahrung neue Zaubersprüche von anderen Zauberern oder aus Büchern. Einige wenige von ihnen entwickeln sogar neue Sprüche.

Eine der ältesten Magieformen, aber auch eine der am seltensten vorkommenden, ist die Faltung. Außerordentlich mächtig wird sie nur von einer höchstens einem Dutzend Zauberern gemeistert. Sie faltet Raum, Zeit und Wahrscheinlichkeit wie es die Hausfrau mit der Wäsche tut. Meister der Faltung sind zu weiteren Manipulationen ihrer Faltungen in der Lage, die am ehesten mit geometrischen Operationen zu vergleichen sind: Schneidungen und Spiegelungen. So können sie nicht nur ihr Würfelglück im Spiel beeinflussen, sondern auch ganze Globulen, die unabhängig von Raum und Zeit sind, erschaffen.

Oft als Jahrmarktmagie oder Scharlatanerie wird die Illusionsmagie abgetan. Sie erschafft Trugbilder, um Zuschauer zu täuschen. Illusionisten erschaffen nicht Reales. Sie täuschen einfach nur die fünf Sinne der Beobachter und Zuhörer. Durch Bilder kann man hindurchgreifen, Geräusche, Gerüche und Geschmäcker kommen aus dem Nichts. Nur wahren Könnern der Illusion ist bekannt, wie man auch den Tastsinn täuschen kann, um einem Bild auch einen Körper zu verleihen.

Die Nekromantie ist in allen zivilisierten Regionen der Welt verboten. Sie beschäftigt sich mit den Toten und Daimonen. So erwecken die Nekromanten Verstorbene mittels ihrer Kraft zu neuem, untoten Leben. Ohne eigene Seele, ohne eigenes Leben sind die Untoten zu keinerlei Gefühlsregung oder Willensentscheidung fähig; sie gehorchen einzig und allein ihrem Erschaffer.

Nahe bei der Nekromantie und ebenso verboten ist die Beschwörung. Meister dieser Magieform beschwören daimonide Geschöpfe. Dies kann auf zweierlei Art und Weise geschehen. Die einfache Form ist das Herbeirufen eines Daimonen. Herbeigerufene Daimonen existieren schon irgendwo auf der Welt. Die zweite, viel gefährlichere Form ist die Erschaffung eines neuen Wesens. Dazu opfert der Beschwörer einen Teil seiner selbst, um einem neuen Lebewesen, dem Daimon, eine Seele, ein Leben einzuhauchen. Dadurch entstehen die groteskesten und grausamsten Wesen, welche auf der Welt wandeln, und auch Beschwörer unterliegen der Gefahr nach und nach zu einem solchen Wesen zu werden.

Die Magie der vier Elemente ist der Elementarismus. Diese Form der Magie kontrolliert die vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft. Es können von einfachen, kleinen Kerzenflammen bis zu großen, schweren Erdbeben allerlei Effekt erzeugt werden. Dazu aber braucht der Elemantarist aber nicht nur seine eigene Zauberkraft, sondern auch die Elementaren-Einheiten. Elementare-Einheiten bilden die Grundsteine der Welt. In der reinen Form, welche Elementaristen benötigen, sind sie nur selten und schwer zu finden.

An der Akademie zu Aiken in Valland wird die Wettermagie gelehrt. Wettermagier haben sich der Beeinflussung und Lenkung des Wetters und des Klimas verschrieben. Sie lenken ihre Kräfte direkt in ihre Umgebung. So lassen sie die absonderlichsten Wetter-Effekte entstehen.

Die neuste Magieform ist die Inquisition. Sie wurde von der Heiligen Balkhusen entwickelt. Die Heilige hat Zeit ihres Lebens mit der Verfolgung und Vernichtung jeglicher Magie zu gebracht. Inquisitoren machen mittels ihrer eigenen Magieform Jagd auf jegliche Magie. Sie vernichten magische Artefakte, fangen und verbrennen Magier und bannen wirkende Magie.

Magica Spitiui

„Es gibt zahlreiche Menschen, Deformen oder gar Alben, die sich Magier nennen. Aber sie sind keine. Sie verfügen nur über Kräfte, die sie nicht verstehen und die magische Wirkungen hervorrufen können. Sie haben ihre Magie nicht unter Kontrolle, daher sind sie gefährlich. Daher ist es zu aller erst unsere Aufgabe sie zu vernichten. Daher müssen wir jede einzelne Hexe, jeden Runenmagier, jeden Hellseher und jeden Morpher ausfindig machen und vernichten. Denn sie haben ihre Magie nicht unter Kontrolle und sind daher gefährlich.“ Die Heilige Balkhusen, Gründerin der Inquisition

Zu dieser Klasse gehören alle Spielarten der Magie, welche eher intuitiv gewirkt werden. Die Zauberer können magische Effekte erzeugen. Sie wissen jedoch meist nicht, wie diese Magie funktioniert. Sie sind auch nicht weiter daran interessiert, wie die Magie entsteht. Sie legen vielmehr Wert auf die Wirkung und den Nutzen. Diese Zauberer sind in den meisten Kreisen der Bevölkerung schlecht angesehen, da sie ihre Magie nicht vollständig unter Kontrolle haben. Sie gelten als gefährlich und werden verbittert von der Inquisition verfolgt. Da sie immer mit der Gefahr leben, dass sie auf dem Scheiterhaufen enden, treten sie selten öffentlich als Zauberer auf. Sie wirken ihre Magie nur im Versteckten oder unter absolut loyalen und vertrauenswürdigen Freunden.

Nicht erlernbar, sondern angeboren ist das Morphen. Wer diese Magieart beherrscht ist in der Lage seinen Körper derart zu Verformen, dass er jegliche Gestalt annehmen kann. Dazu muss er sich einzig und allein auf die neue Gestalt konzentrieren.

Die Runenmagie ist die Magie der Naturvölker. Sie manifestieren ihre besonderen Kräfte mit Hilfe magischer Runen, welche sie mit ihrer Kraft aufladen. Diese Magie ist freier und intuitiver als die Spruchzauberei. Sie ist weniger spezialisiert als die Spruchzauberei, da sie keine bestimmen Sprüche kennt. Die Sprüche entstehen vielmehr aus der Kombination der verschiedenen Runen, die der Zauberer zusammenbringt. Der Zauberer muss dann nur noch den Effekt auslösen.

Die Tiermagie ist eine Art der Magie über die nur sehr wenig bekannt ist. Nichts ist schriftlich niedergelegt und diejenigen, welche diese Magie beherrschen, sind sehr schweigsam und leben sehr zurückgezogen. Durch ihre Nähe zu den Tieren habe sie einen äußerst schlechten Ruf in allen zivilisierten Landen. Diese Spielart der Magie sorgt für ein intuitives Verständnis, eine intuitive Kommunikation zwischen Tiergefährten und Mensch.

Einige Menschen können ihren Körper über das natürliche Maß hinaus strapazieren. Sie haben einen adlergleiches Sehvermögen, laufen schneller, springen weiter, können mehr heben und tragen als gewöhnliche Menschen. Diese Menschen sind mit der Körpermagie gesegnet.

Die Empathie spielt sich nur auf mentaler Ebene ab. Sie erzeugt keinen direkt sichtbaren Effekt wie die Energieblitze der Spruchzauberer oder die Bilder der Illusionisten. Jemand, der diese Gabe beherrscht, dringt in die Gedanken anderer denkender Lebewesen ein und ist dann in der Lage diese zu beeinflussen.

Äußerst unbeliebt ist die Fluchzauberey und so manche Hexe ist dafür schon auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Mit ihren zumeist in Wut ausgesprochenen Flüchen übertragen die Hexen einen Teil ihrer Zauberkraft auf das Opfer, welches dann unter dem Fluch zu leiden hat. Ein Fluch ist stets schädlich, wenn nicht sogar tödlich für das Opfer. In einigen Gegenden wird diese Form auch als Rachemagie bezeichnet.

Mit ihren oft lieblichen Gesängen beeinflussen Barden ihre Zuhörerschaft auf magische Art und Weise. So können sie ihr Publikum freudig erregen oder auch einschläfern. In Schlachtreihen tauchen sie auf, um den Mut ihrer Kameraden zu stählen oder Furcht in den Herzen der Feinde zu säen.

Wahrsagerei beschäftigt sich mit dem Blick in die Zukunft. Wahrsager nutzen vielerlei verschiedener Hilfsmittel, um etwas über das Schicksal und die Zukunft zu erfahren. So gibt es Wahrsager, welche den Flug der Vögel für ihre Kunst nutzen oder aber in den Eingeweiden von Opfertieren lesen. Auch Karten, Sterne, Kristallkugeln und allerlei andere Dinge werden genutzt.

Der Animismus ist die Magieform der primitiven Naturvölker. Ihre Schamanen können mit Geistern sprechen, ins Geisterreich reisen oder sich sogar von Geistern beseelen lassen und dadurch ungeahnte Kräfte erlangen. Animismus wird oft mit Nekromantie oder Beschwörung gleichgesetzt, weshalb Animisten in zivilisierten Ländern oft verfolgt werden.

Die Magierreise schickt seine Anwender quer durch Raum und Zeit, ja sogar in die Gefühls- und Gedankenwelt anderer Lebewesen. Die Magierreisenden hüten die Geheimnisse ihrer Macht und nur wenig ist bisher in Öffentlichkeit -sprich zu anderen Magiern- gelangt.

Magica Passivis

„Kann man die Herstellung von Tränken, Pülverchen und Maschinen wirklich als Magie bezeichnen. Da habe ich ja meine Zweifel. Die magischen Effekte werden ja erst freigesetzt, wenn der Trank getrunken oder die Maschine in Gang gesetzt wird. Der Konstrukteur und der Alchimist wirken somit überhaupt gar keine Magie. Allerhöchsten indirekt oder passiv.“ Lahor Zerze Leiter der Akademie Ars Arcanis zu Krausnitz.

Dieser Klasse werden nur zwei Arten von Magie zugeordnet: die Konstruktionsmagie sowie die Alchimie. Die Nutzer dieser Zauberey wirken keinerlei magische Effekte direkt, wie Lahor Zerze richtig anmerkt. Sie binden diese vielmehr mit speziellen Ritualen in alchimistische Gebräue und stählerne Maschinen.

Einige wenige, ausgezeichnete und begehrte Mechanici beherrschen die Konstruktionsmagie. Diese Magie ermöglicht es den Handwerkern, ihre Zauberkraft in die Geräte fließen zu lassen, die sie konstruieren. Dadurch entstehen einzigartige, aufsehenerregende Gerätschaften. So gehören die Flugschiffe oder auch die grauenvollen, feuerspeienden Kanonen zu den Entwicklungen der Konstrukteure. Aber auch kleinere Gegenstände, wie Töpfe, die Speisen ohne Feuer erwärmen oder magische Verbände, welche die Qualen der Verwundeten auf den Schlachtfeldern schnell lindern, werden von ihnen erschaffen.

Ebenso wie die Konstrukteure lassen die Alchimisten ihre Zauberkraft in die Tinkturen, Pülverchen und Tränkte fließen, die sie brauen. Sie erschaffen so Gifte und Heilmittel, wohlschmeckende Speisen, alkoholfreies Bier und vieles seltsames mehr.

Magica Titanis

Die Freizauberei ist die mächtigste Art der Magie, daher hat sie von den Theoretikern ihre eigene Klasse bekommen. Sie kann alle Effekte, die durch die bisher genannten Magieformen erzeugen und noch vieles mehr. Und das mit einem kurzen Fingerschnippen, einem Blinzeln oder auch nur eines schnellen, flüchtigen Gedankens. Der Freizauberer wünscht sich einfach etwas und das geschieht dann. Nur den wenigsten Magiern gelingt es die Magica Titanis zu meistern und viele, denen es dann gelingt, zerbrechen dann an der Verantwortung und den Möglichkeiten, die mit ihr einhergehen. In jeder Generation existiert nur eine Handvoll dieser im Verborgenen lebenden Großmeister der Magie.